In einer beeindruckenden Aktion haben die Stadtwerke Halle (Saale) und die Tochtergesellschaft EVH GmbH eine 72 Meter lange Stahlkonstruktionsbrücke über den Ruderkanal montiert. Diese neue Brücke, die eine beeindruckende Masse von 170 Tonnen auf die Waage bringt, ersetzt die durch das Hochwasser 2013 beschädigte alte Kanalbrücke und stellt die Verbindung zwischen den beiden zentralen Kraftwerksstandorten Trotha und Dieselstraße wieder her.

Unmittelbar nach Sonnenaufgang am Dienstag begann der Einhub der Brückenkonstruktion auf die vorbereiteten Brückenpfeiler. „Für diese Präzisionsarbeit sind absolute Konzentration und Erfahrung erforderlich,“ erklärte der Projektleiter vor Ort. Am Vortag hatten bereits zahlreiche Vorbereitungen stattgefunden. Die Traggurte, Stahlseile und Schäkel, die benötigt werden, um den massiven Stahlkoloss sicher zu montieren, bedürfen aufwendiger mechanischer Unterstützung. Die Ernsthaftigkeit der beteiligten Unternehmen und die Professionalität der Arbeiter wurden während der Unterweisungen deutlich – denn bei einem derart schwierigen Projekt steht die Sicherheit an oberster Stelle. „Wenn 170 Tonnen durch die Luft schweben, muss jeder Handgriff sitzen“, betont ein verantwortlicher Ingenieur.

Der Neubau der Brücke bietet nicht nur eine neue Fernwärmeleitung, sondern schafft auch dringend benötigte Überquerungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger zwischen Halle (Saale) und Neustadt. Die Stadt hat für die Erweiterung der Rohrbrücke um einen Fuß- und Radweg circa 3,4 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Programm „Stadt und Land“ beantragt. Bis Ende 2024 sollen davon bereits 500.000 Euro bereitgestellt werden. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf etwa 375.000 Euro. Geplant ist, die Brücke für den Fuß- und Radverkehr zum Jahreswechsel 2025/2026 freizugeben.

Nach dem erfolgreichen Einsetzen der Brückenkonstruktion folgt nun der Einbau der Fernwärmerohre sowie von Stromkabeln und Informatikleitungen. Voraussichtlich im vierten Quartal 2025 sollen die Rampen für den Fuß- und Radweg fertiggestellt werden. Ab September 2025 ist zudem die Demontage der bestehenden oberirdischen Sockelleitung vorgesehen, gefolgt vom Abriss der alten Ruderkanalbrücke. Insgesamt wird die Fertigstellung der gesamten Maßnahme bis Ende Februar 2026 angestrebt.

Die Notwendigkeit des Neubaus wurde durch das verheerende Hochwasser im Jahr 2013 ausgelöst, das die bestehende oberirdische Sockelleitung in der Saaleaue stark beschädigt hatte. In den Jahren nach der Katastrophe wurden bereits Fernwärme-Leitungsabschnitte zwischen der B80 und der Saale erneuert – die neue Brücke schließt nun eine wichtige Lücke im Versorgungsnetz. Die Maßnahme wird aus Fluthilfemitteln gefördert, einschließlich des Rohrleitungsanteils der Brücke. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Planung gelegt: Die neue Querung ist so konzipiert, dass sie extremen Hochwasserereignissen standhält und eine zusätzliche Sicherheitsreserve aufweist.

Die neue Brücke ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein entscheidendes Element für die zukünftige Fernwärmeversorgung in Halle (Saale). Sie spielt eine zentrale Rolle in der Strategie der Stadtwerke Halle zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045. Der Neubau der Fernwärmetrasse ist Teil der umfassenden Roadmap, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Stadt noch vor 2040 klimaneutral zu gestalten. Durch die Nutzung zentral erzeugter Energiequellen wie erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird die Fernwärme zu einer umweltfreundlichen und effizienten Versorgungsalternative.

Mit dem Brückenschlag über den Ruderkanal setzt Halle (Saale) nicht nur einen wichtigen infrastrukturellen Akzent, sondern auch einen maßgeblichen Schritt auf dem Weg in eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft.

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