Deutschlands herausragendste Ingenieurleistungen im Brückenneubau.
Die Spannung steigt, denn am 19. März 2025 wird der Deutsche Brückenbaupreis zum zehnten Mal verliehen. Diese renommierte Auszeichnung, die alle zwei Jahre vergeben wird, ehrt die Ingenieurkunst, die sowohl technisches Können als auch ästhetische und nachhaltige Ansprüche miteinander verbindet. Der Preis wird von der Bundesingenieurkammer und dem Verband Beratender Ingenieure ausgelobt. In diesem Jahr haben es sechs beeindruckende Bauwerke in zwei Kategorien – Fuß- und Radwegbrücken sowie Straßen- und Eisenbahnbrücken – ins Finale geschafft. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit verliehen.
Der Deutsche Brückenbaupreis würdigt innovative Neubauten, kreative Instandsetzungen und zukunftsweisende Ertüchtigungen. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit und dem Einsatz innovativer Materialien. Prof. Dr.-Ing. Gero Marzahn, Vorsitzender der Jury und Experte für Brückenbau im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, betonte die hohe Qualität der eingereichten Projekte: „Die nominierten Bauwerke setzen Maßstäbe – sei es in Bezug auf Funktionalität, Nachhaltigkeit oder gestalterische Integration in ihre Umgebung.“
Zu den Nominierten in der Kategorie Straßen- und Eisenbahnbrücken zählen drei außergewöhnliche Bauwerke, die sowohl technisch als auch architektonisch beeindrucken:
Elisabethbrücke in Halle (Saale)
Nach den Zerstörungen durch das verheerende Hochwasser der Saale im Jahr 2013 wurde die Elisabethbrücke als Ersatzneubau errichtet. Sie verbindet Alt- und Neustadt und spielt eine Schlüsselrolle im Straßenbahn-, Fuß- und Radverkehr der Stadt. Die Ingenieure entschieden sich für eine modulare Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad, was eine schnelle und nachhaltige Umsetzung ermöglichte. Besondere Aufmerksamkeit galt dem barrierefreien Ausbau der Straßenbahnanlagen sowie der Integration in den Hochwasserschutz. Die Elisabethbrücke ist ein Paradebeispiel für modernes, funktionales Design, das den urbanen Verkehr nachhaltig unterstützt.
Oderbrücke in Küstrin
Diese 266 Meter lange Eisenbahnbrücke, die die Oder bei Küstrin überspannt, verbindet Deutschland und Polen auf eindrucksvolle Weise. Der zentrale Blickfang ist ein eleganter Netzwerkbogen mit 130 Metern Spannweite. Der Einsatz von Carbonhängern reduzierte Materialverbrauch und Vorspannkraft, was zu einer ressourcenschonenden Konstruktion führte. Die Oderbrücke steht exemplarisch für die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne, indem sie Grenzräume wortwörtlich überbrückt und technologische Innovation mit Nachhaltigkeit vereint.
Rheinbrücke Schierstein (Wiesbaden/Mainz)
Die neue Rheinbrücke Schierstein ersetzt einen in die Jahre gekommenen Vorgängerbau und beeindruckt durch ihre klare und funktionale Formensprache. Die gevouteten Stahlhohlkörper harmonieren perfekt mit der Umgebung, während der seitlich angehängte Fuß- und Radweg den Zugang zu den Rheinufern erheblich verbessert. Besonders während der Bauphase lag der Fokus auf minimalen Umweltbeeinträchtigungen. Das Ergebnis: ein architektonisches Highlight, das sowohl Ästhetik als auch Funktionalität miteinander verbindet.
Die Jury, bestehend aus renommierten Fachleuten, hat die Bauwerke nicht nur auf dem Papier, sondern auch vor Ort begutachtet haben. Ihre Entscheidung fiel nach intensiver Diskussion und Abwägung. „Die Vielfalt der Projekte zeigt, wie facettenreich der Brückenbau in Deutschland ist“, erklärte Prof. Marzahn. Die Finalisten wurden aufgrund ihrer Innovationskraft, technischen Umsetzung und harmonischen Integration in die jeweilige Umgebung ausgewählt.
Die Preisverleihung findet am 19. März 2025 in Dresden statt und wird von führenden Köpfen der Baubranche begleitet. Die Gewinner werden in den jeweiligen Kategorien ausgezeichnet, und der Sonderpreis Nachhaltigkeit würdigt ein Projekt, das in besonderem Maße Ressourcen schont und zukunftsfähige Konzepte einsetzt.
Der Deutsche Brückenbaupreis 2025 lenkt nicht nur die Aufmerksamkeit auf die Leistungen von Ingenieurinnen und Ingenieuren, sondern regt auch zu einer öffentlichen Diskussion über Nachhaltigkeit und Innovation an. Die ausgezeichneten Projekte setzen Maßstäbe für kommende Generationen und inspirieren zur Weiterentwicklung moderner Bauweisen. Mit den beeindruckenden Arbeiten der Finalisten steht bereits jetzt fest: Der Brückenneubau in Deutschland ist ein Symbol für technische Exzellenz, Ästhetik und eine nachhaltige Zukunft.
Die Elisabethbrücke in Halle an der Saale hat den Preis allemal verdient. Jetzt gilt es Daumen drücken.
www.brueckenbaupreis.de/nominierte-2025/
www.ssf-ing.de
www.stadtwerke-halle.de
https://havag.com/
https://halle.de/
www.halle-nachrichten.de












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