Halle nimmt Fahrt auf in seiner Transformation zur innovativen Wissens- und Wirtschaftsmetropole. Heute Vormittag überreichte ein sichtlich gut gelaunter Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff auf dem geschichtsträchtigen Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks (RAW) die mit Spannung erwarteten Fördermittelbescheide für zwei wegweisende Strukturwandel-Großprojekte. Insgesamt rund 203 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Revitalisierung des ehemaligen RAW-Areals und den Bau des Forschungsgebäudes „Center for Sustainable Materials and Energy“ (CSME) auf dem Weinberg-Campus.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt zeigte sich erfreut und dankbar über die immense Unterstützung: „Mit diesen Förderbescheiden können wir unsere Strukturwandelprojekte in den kommenden Jahren konsequent vorantreiben. Ich danke für die große Unterstützung, die wir im Rahmen des Strukturwandels durch das Land Sachsen-Anhalt und den Bund erhalten. Lassen Sie uns gemeinsam unserer Stadt gestalten – für ein lebenswertes, innovatives, zukunftsfestes und nachhaltiges Halle!“
In Sichtweite des Hauptbahnhofs, eingebettet zwischen den pulsierenden Gleisen der Bahn, liegt das Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes. Einst, seit 1863, der Ort, an dem Dampfloks und später Elektroloks und Drehgestelle für Langstreckenwagen gebaut wurden, ist das RAW seit Jahren von einer morbiden Schönheit geprägt. Zwischen Stahlgerüsten, abgeblätterter Farbe und verlegten Gleisen hat sich die Natur ihr Terrain zurückerobert. Moos, Farn, Bäume und Sträucher durchbrechen das industrielle Erbe und zeugen von einer einzigartigen Symbiose aus Verfall und neuem Leben. Doch diese Stille wird in Sichtweite des noch zu errichtenden „Zukunftszentrum für deutsche Einheit und europäische Transformation“ bald einer neuen Lebendigkeit weichen.
Die Entwicklung des RAW-Geländes ist das größte Einzelprojekt im Rahmen des Strukturwandels der Stadt. Der vorläufige Förderbescheid sieht Gesamtkosten von 133 Millionen Euro vor, wovon 119,7 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen stammen. Projektträger ist die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalekreis mbH & Co. KG.
Ziel ist es, das Areal in ein innovatives, nachhaltiges Stadtquartier zu verwandeln, das insbesondere Ansiedlungsmöglichkeiten für Unternehmen aus den Bereichen IT und Digitalisierung bietet. Auch untergeordnetes Wohnen, Gastronomie und Nahversorgung sollen hier ihren Platz finden.
Um dieses ambitionierte Vorhaben zu realisieren, sind umfangreiche Maßnahmen geplant:
- Altlastenbeseitigung und Flächenherrichtung: Eine bereits seit Jahren andauernde umfassende Sanierung der Böden wird fortgesetzt, um die Ansiedlungsflächen vorzubereiten.
- Verkehrliche Erschließung: Zwei neue Brücken werden errichtet: Eine im Süden als Haupterschließung von der B 6 für Pkw und Lkw sowie eine weitere im Westen von der Raffineriestraße für Fußgänger und Radfahrer. Zudem ist ein Fußgängertunnel vom Hauptbahnhof direkt in das Gelände vorgesehen, was die hervorragende verkehrstechnische Anbindung weiter stärkt.
- Rückbau und Umverlegung: Noch vorhandene Bahnanlagen auf dem Gelände werden zurückgebaut oder verlegt.
Nach der Herrichtung des Geländes ist geplant, die Flächen an private Investoren zu veräußern, die dann die eigentliche Bebauung übernehmen werden. Das ehrgeizige Ziel: Innerhalb von zehn Jahren nach Fertigstellung soll das Areal weitgehend vermarktet sein und bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze auf dem RAW-Gelände entstehen.
Der zweite große Förderbescheid betrifft den Bau des Forschungsgebäudes „Center for Sustainable Materials and Energy“ (CSME) auf dem renommierten Weinberg-Campus. Für dieses zukunftsweisende Vorhaben werden ebenfalls erhebliche Mittel bereitgestellt, um Halle als Forschungsstandort im Bereich nachhaltiger Materialien und Energien weiter zu stärken. Das CSME verspricht, ein wichtiger Knotenpunkt für Innovation und wissenschaftlichen Fortschritt zu werden und wird die Position Halles als Zentrum für anwendungsnahe Forschung weiter festigen.
Die Stadt Halle (Saale) setzt mit diesen Strukturwandel-Großprojekten ein klares Signal für eine zukunftsorientierte Entwicklung und hofft, mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze und Forschungsstrukturen die Attraktivität und Nachhaltigkeit der Region maßgeblich zu steigern.
www.halle.de
https://zukunftszentrum.info/
https://www.hallelife.de/nachrichten/landesregierung-unterstuetzt-strukturwandel-mit-millionen-foerderung-fuer-raw-und-weinberg-campus/
www.halle-nachrichten.de






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