Der SV UNION Halle-Neustadt hat den ersehnten ersten Punktgewinn in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) verpasst. In einer spannungsgeladenen Partie vor 845 enthusiastischen Zuschauern in der SWH.arena unterlagen die WildCats am Mittwochabend dem VfL Oldenburg mit 27:31. Das Team aus Halle zeigte nach einem zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand einen beeindruckenden Kampfgeist, scheiterte aber letztlich an zu vielen Fehlern, einer mangelnden Chancenverwertung in den entscheidenden Momenten.
Der Start in die Begegnung glich für die Gastgeberinnen einem Kaltstart. Oldenburg präsentierte sich von Beginn an abgeklärt und nutzte die anfänglichen Schwierigkeiten der WildCats im Positionsangriff gnadenlos aus. Bereits nach zehn Minuten stand ein deutliches 2:6 auf der Anzeigetafel. Die Hallenserinnen hatten Mühe, Lücken in der Oldenburger Defensive zu finden, und ließen zudem mehrfach und zu oft klare Torchancen ungenutzt.
Der VfL Oldenburg dominierte die erste Halbzeit und setzte sich kontinuierlich ab. Zur Pause betrug der Vorsprung der Gäste bereits 12:17. Trainerin Ines Seidler fand nach dem Spiel klare Worte für die schwache Anfangsphase: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele einfache Fehler gemacht. Oldenburg hat das gnadenlos bestraft und uns dadurch früh unter Druck gesetzt.“ Die mangelnde Siegeszuversicht aus dem vorherigen Spiel konnte nicht auf die Platte gebracht werden.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie bereits entschieden zu sein. Oldenburg zog in der 43. Minute auf ein schockierendes 17:26 davon. Nur wenige hätten zu diesem Zeitpunkt noch auf die WildCats gesetzt.
Doch was dann folgte, war eine beeindruckende Demonstration von Moral und Kampfgeist. Angetrieben von einer überragenden Leistung auf der Torhüterposition wendete sich das Blatt. Ela Szott wuchs über sich hinaus und hielt mit zahlreichen Paraden – insbesondere gegen freie Würfe und von den Außenbahnen – ihre Mannschaft im Spiel und die Hoffnung am Leben.
Belebt durch die Paraden, kämpften sich die WildCats Tor um Tor heran. Spielmacherin Cara Reuthal kam nun immer besser in die Partie, übernahm Verantwortung und avancierte mit sieben Treffern zur erfolgreichsten Werferin ihres Teams. Plötzlich war die Aufholjagd in vollem Gange. Die Arena brodelte, die Zuschauer unterstützten ihr Team lautstark und peitschten es nach vorne.
In der spannenden Schlussphase boten sich den WildCats tatsächlich Möglichkeiten zum Anschlusstreffer und damit zur Sensation. Der Rückstand schmolz, die Chance auf den ersten Punkt war greifbar.
Doch auch in dieser hitzigen Phase zeigte sich die Unerfahrenheit und die fehlende Konsequenz der Hallenserinnen. In den entscheidenden Situationen scheiterten die WildCats entweder erneut an der starken Oldenburger Keeperin oder am eigenen Nervenkostüm. Die Gäste aus Niedersachsen zeigten sich abgeklärt, nutzten die Fehler der Gastgeberinnen eiskalt aus und stellten den alten Abstand wieder her. Das Spiel endete mit 27:31.
Die Analyse nach der Partie zeigt, dass es, wie so oft im Spitzensport, die Kleinigkeiten waren, die den Unterschied ausmachten. Für die WildCats wird es nun entscheidend sein, die Zahl der technischen Fehler zu reduzieren und eine stabile, aggressive Abwehr über die vollen 60 Minuten zu stellen.
Die zuletzt gezeigte Spielfreude und der unbändige Kampfgeist müssen mit Disziplin und Konsequenz verbunden werden. Nur wenn es gelingt, die Konzentration hochzuhalten und die Angriffe sauber auszuspielen, stehen die Chancen gut, dass die Hallenserinnen in den kommenden Begegnungen endlich ihre ersten hart erkämpften Bundesliga-Punkte in dieser Saison feiern können.
Jetzt heißt es: Die Niederlage schnell verarbeiten und mental fit in die nächsten Duelle gehen.
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Alle Fotos: Facebook Manfred Boide










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