Die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) steht vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung. Im Rahmen einer heute abgehaltenen Pressekonferenz präsentierten Vertreter der Stadt, der Stadtwerke Halle (SWH) und der HAVAG das gemeinsam entwickelte „Effizienzprogramm“, das den städtischen Nahverkehr fit für die finanzielle Zukunft machen soll. Zentrales Ziel: Den städtischen Zuschussbedarf stabil halten, ohne die Qualität im öffentlichen Nahverkehr für die Bürgerinnen und Bürger spürbar zu verschlechtern.
Die Notwendigkeit des Programms ergibt sich nicht nur aus der allgemeinen „Großwetterlage“ – wie von Bürgermeister Egbert Geier formuliert – sondern auch aus den finanziellen Herausforderungen, denen sich Kommunen in Deutschland gegenübersehen.
Bürgermeister Egbert Geier betonte in seinen Ausführungen die traditionell hohe Qualität des halleschen ÖPNV, der deutschlandweit einen exzellenten Ruf genieße. „Mobilität in der Stadt muss sicher, möglich und bezahlbar sein“, so Geier. Er räumte jedoch ein, dass die Finanzierung dieses Angebots eine „Hauptlast“ darstelle, die die Stadt in einen finanziellen Spagat zwinge.
Das „Effizienzprogramm“ sei daher im Sinne des Stadtrates entwickelt worden, um alle Prozesse zu optimieren und Kosten einzusparen. Geier hob hervor, dass die HAVAG bereits seit Jahrzehnten permanent an der Steigerung ihrer internen Effizienz arbeite, beispielsweise im Umgang mit neuen Tarifmodellen wie dem Deutschlandticket. Die nun notwendigen Veränderungen seien ein Ergebnis der zur Verfügung stehenden Finanzen.
Diese Sichtweise wird von HAVAG-Chef Vinzenz Schwarz ausdrücklich geteilt. Für ihn ist die Gleichung klar: „Effizienz heißt alles besser machen.“ Die Herausforderung bestehe darin, Angebot, Prozesse und Kosten stabil zu halten und gleichzeitig eine Verschlechterung des Nahverkehrssystems zu vermeiden. Schwarz stellte klar, dass alle Maßnahmen „umsetzbar und vertretbar“ sein müssten.
Ein wichtiger Pfeiler dieser Strategie ist die Anpassung von Service und Qualität durch die konsequente Umstellung auf digitale Systeme. Dies betrifft unter anderem den Ticketvertrieb: Wie bekannt gegeben wurde, sollen die physischen Fahrkartenautomaten in den Bahnen und an den Haltestellen sukzessive abgebaut und durch digitale Bezahlsysteme ersetzt werden. Dies ist eine deutliche Abkehr vom traditionellen Vertriebsweg hin zu modernen, schlankeren Lösungen.
Neben der Digitalisierung soll auch die Modernisierung des Fuhrparks zur Effizienzsteigerung beitragen. Eine besonders erfreuliche Nachricht für die Hallenser: Die neuen, bereits mit großem Interesse begrüßten „TINA-Straßenbahnen“ werden vorzeitig in den regulären Fahrbetrieb integriert.
Während die Fahrzeuge schon seit einigen Monaten in Halles Straßen unterwegs sind, sollen sie nun nach und nach ab dem 14. Dezember offiziell in den Regelbetrieb starten. HAVAG-Vorstand Schwarz begründete die Entscheidung lapidar und positiv, „Weil es mit den TINA`S gut läuft.“ Die modernen Schienenfahrzeuge sollen nicht nur den Komfort erhöhen, sondern auch durch ihre Betriebseffizienz einen Beitrag zum Sparprogramm leisten.
Die HAVAG reagiert mit dem Effizienzprogramm und dem anstehenden Fahrplanwechsel, der auch die Auswirkungen des Fern- und Regionalverkehrs der Deutschen Bahn berücksichtigen muss, auf eine komplexe Gemengelage. Die Stadt Halle (Saale) beweist damit den politischen Willen, ihren hochwertigen Nahverkehr zu sichern – allerdings nur über den Weg der konsequenten Prozessoptimierung und Digitalisierung.
Für die Bürger bedeutet der 14. Dezember somit nicht nur einen Fahrplanwechsel, sondern auch den offiziellen Start in eine effizientere, digitale Nahverkehrszukunft.
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