Es war das erwartet heiße Duell zum Jahresauftakt, doch was sich am gestrigen Abend in der SWH-Arena abspielte, glich einem sportlichen Drehbuch der Extraklasse. Im richtungsweisenden Spiel gegen den direkten Konkurrenten Buxtehuder SV feierten die SV UNION Halle-Neustadt Wildcats einen deutlichen 33:24-Erfolg und sendeten damit ein lautstarkes Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt.

Schon vor dem ersten Ballwurf sorgten die Verantwortlichen der Wildcats für ungläubiges Staunen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion verpflichtete der Verein Madeleine Östlund zurück an die Saale. Die schwedische Kreisläuferin, die bereits bis Sommer 2025 zur Stammformation gehört hatte, wurde erst wenige Stunden vor Spielbeginn offiziell vorgestellt. Ein taktischer Geniestreich: Während der Buxtehuder SV sichtlich überrascht auf die kurzfristige Personalie reagierte, peitschte die Nachricht die ohnehin schon euphorische Stimmung in der Halle weiter an.

Die Vorzeichen für das erste Heimspiel des Jahres hätten nicht besser sein können. Mit 1.200 begeisterten Zuschauern war die SWH-Arena ein Hexenkessel. Jede Parade, jedes Tor und jeder gewonnene Zweikampf wurde frenetisch gefeiert. Diese Rückendeckung war spürbar der Treibstoff, den die Mannschaft benötigte, um von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.

Das Spiel selbst war nichts für schwache Nerven. Es war eine „griffige“, höchst körperliche Angelegenheit, in der sich beide Teams keinen Zentimeter Raum schenkten. Das Schiedsrichtergespann hatte alle Hände voll zu tun, um die hitzige Partie zu leiten: Zahlreiche Zeitstrafen auf beiden Seiten, Häufige Siebenmeter-Entscheidungen sowie Gelbe und Rote Karten, die die Intensität des Spiels unterstrichen.

Trotz kleinerer Schwächephasen ließen sich die Wildcats nicht beirren. Das Fundament des Erfolgs war eine aggressive, kompakte Abwehr, hinter der Torhüterin Ela Szott über sich hinauswuchs. Mit einer herausragenden Quote von rund 40 % gehaltener Bälle entnervte sie die BSV-Angreiferinnen reihenweise und avancierte zur sicheren Bank des Abends.

Nach dem Abpfiff war die Erleichterung bei der etwas gesundheitlich angeschlagenen Trainerin Ines Seidler förmlich greifbar. Der Sieg war nicht nur für die Tabelle wichtig, sondern vor allem für die Moral vor den anstehenden Play-Downs.

„Da ist mir heute wirklich ein großer Stein vom Herzen gefallen“, gestand Seidler sichtlich bewegt. „Dieser Sieg tut uns allen unglaublich gut. Das war ein Sieg für die gesamte Wildcats-Familie – für alle, die Woche für Woche mit Leidenschaft, Herzblut und viel Einsatz für diesen Verein arbeiten.“

Trotz der deutlichen Niederlage gebührt dem Buxtehuder SV Respekt. Die Gäste steckten zu keinem Zeitpunkt auf und kämpften sprichwörtlich bis zur letzten Sekunde gegen die drohende Niederlage und die Übermacht auf den Rängen an. Doch gegen die entfesselten Wildcats und die Wucht der 1.200 Unterstützer war an diesem Abend kein Kraut gewachsen.

Fazit: Mit diesem 33:24-Erfolg haben die Wildcats eine wichtige Basis für die Plätze in der Tabelle gelegt. Wenn die Mannschaft diese Intensität und den Zusammenhalt mit in die nächsten Wochen nimmt, ist der Klassenerhalt mehr als nur ein Ziel – er ist greifbar nah.

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www.hallelife.de/nachrichten/sport/mit-fan-power-ins-neue-jahr/


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