Es war ein spannender Handball-Abend gestern in der SWH.arena. Vor 980 begeisterten Zuschauern boten der SV UNION Halle-Neustadt und der Thüringer HC ein temporeiches Offensiv-Spektakel, das am Ende einen verdienten, wenn auch hart erkämpften Sieger fand. Mit einem 43:36 (24:15)-Erfolg unterstreicht der Thüringer HC seine Ambitionen in der Alsco Handball Bundesliga Frauen und festigt seinen vierten Tabellenplatz.
Dass in diesem Derby die Defensivreihen nicht im Fokus stehen würden, deutete sich früh an. Während die Gäste aus Thüringen den besseren Start erwischten, kämpften sich die WildCats aus Halle mit viel Energie zurück in die Partie. Getragen von einer überragenden Cara Reuthal, die mit insgesamt 13 Treffern zur besten Torschützin der Partie avancierte, gelang in der 15. Minute der verdiente 9:9-Ausgleich.
Doch der positive Spirit, den Halle aus dem vergangenen Sonnabend mitgenommen hatte, verflog in der kritischen Phase vor der Pause. Abstimmungsprobleme im Innenblock und eine mangelnde Unterstützung für das Torhüter-Duo der Hallenserinnen – die gemeinsam lediglich eine Quote von rund fünf Prozent gehaltener Bälle erreichten – öffneten dem THC viele Möglickeiten.
Der Thüringer HC nutzte die Zeitstrafen gegen Halles Lynn Molenaar und Viktoria Marksteiner eiskalt aus. Über die erste und zweite Welle erhöhten die Gäste den Druck massiv. Besonders im Fokus: Johanna Reichert. Bei ihrem vielbeachteten Comeback fügte sie sich nahtlos in das Spiel ein und steuerte sieben wichtige Treffer bei.
Innerhalb weniger Minuten entwich das Spiel der Kontrolle der Gastgeberinnen. Die Tore fielen nun fast im Minutentakt, sodass der THC zur Halbzeit bereits mit 24:15 davongezogen war. Trainerin Ines Seidler analysierte nach dem Abpfiff treffend: „Die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit haben das Spiel aus unserer Sicht kippen lassen.“
Trotz des deutlichen Rückstands bewiesen die Wildcats nach dem Seitenwechsel Moral. Halle entschied die zweite Halbzeit sogar durchaus für sich und zeigte eine engagierte Offensivleistung.
Doch so mutig die Hallenserinnen nach vorne spielten, so anfällig blieben sie in der Deckung. Der Thüringer HC verwaltete den Vorsprung routiniert und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Den emotionalen Schlusspunkt der Partie setzte erneut Cara Reuthal: Nach einem perfekten Zuspiel von Lea Gruber verwandelte sie zum 36:43-Endstand – ein symbolischer Treffer für eine Mannschaft, die offensiv glänzte, defensiv aber Lehrgeld zahlte.
Für den Thüringer HC bedeutet dieser Erfolg einen wichtigen Schritt, um den Anschluss an die absolute Tabellenspitze zu halten. Die Breite des Kaders und die Effizienz im Abschluss waren an diesem Abend ausschlaggebend.
Für die Wildcats hingegen bleibt die Erkenntnis, dass 36 erzielte Tore gegen ein Top-Team der Liga normalerweise für Punkte reichen müssen. „Die hohe Anzahl an Gegentoren sei auf diesem Niveau schlicht zu viel“, resümierte Ines Seidler. Während die Angriffsformation der Hallenserinnen bereits auf Top-Niveau agiert, wartet in der Abwehrarbeit noch intensive Trainingsleistung, um solche Derbys künftig erfolgreich zu gestalten.
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