Von der politischen Bühne direkt in die Küche der Freiwilligen Feuerwehr: In Halle-Kanena tauschte Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt das Sakko gegen die Kochschürze. Ein Abend über Zwiebeltränen und echter Dankbarkeit.

Es gibt Orte, an denen die Welt dieser Tage noch in Ordnung scheint, und es gibt Tätigkeiten, die Menschen auf eine Weise verbinden, wie es kein runder Tisch im Rathaus vermag. Einer dieser Orte war am gestrigen Abend das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Kanena.

In der Küche herrscht eine Atmosphäre, die man wohl am besten als „kameradschaftlich-familiär“ beschreiben kann. Das Klappern von Messern auf Holzbrettern und das Zischen in der Pfanne bilden die Kulisse für einen Abend, der so gar nicht nach starren Protokollen riecht. Mittendrin: Dr. Alexander Vogt. Der Oberbürgermeister der Stadt Halle steht nicht etwa als Gast am Rand, er ist Teil des kulinarischen Tuns.

Es geht zügig und launig ans Werk. Während die Tränen beim Zwiebelschneiden noch als kleiner Tribut an die Kochkunst verbucht werden, wandern Wurst und weitere frische Zutaten in die Töpfe. Das Ziel ist ein gemeinsames „Abendmahl“, doch der eigentliche Gehalt des Abends liegt in den Gesprächen zwischen Herdplatte und Küchentisch. Hier, außerhalb der üblichen Verwaltungsstrukturen, wird Tacheles geredet, gelacht und diskutiert.

Für den Oberbürgermeister ist dieser Termin weit mehr als ein netter Abendtermin im Kalender. Es ist eine Herzensangelegenheit mit klarer Botschaft. „Das Ehrenamt ist die unsichtbare, aber unverzichtbare Stütze unserer Stadtgesellschaft in Halle“, erklärt Vogt, während er den Kochlöffel schwingt. Sein Ziel sei es, die Distanz zwischen der Stadtspitze und jenen zu verringern, die in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bürger einzustehen. „Deshalb koche ich regelmäßig mit ehrenamtlich Engagierten, heute eben mit der freiwilligen Feuerwehr in Kanena. Es ist eine Form der Wertschätzung, die man nicht per Dekret verordnen kann – man muss sie vorleben.“

Ein Punkt ist dem Stadtchef dabei besonders wichtig, um etwaigen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die Finanzierung dieses kulinarischen Dankeschöns. In Zeiten knapper kommunaler Kassen legt Vogt Wert auf die Feststellung, dass kein Cent an Steuergeldern in die Pfannen von Kanena geflossen ist.

„Die Stadtkasse wird damit nicht belastet, dem ist definitiv nicht so“, unterstreicht der Oberbürgermeister mit Nachdruck. „Ich bezahle diese Lebensmittel privat. Und ich tue das gerne.“ Es ist das persönliche Opfer an Zeit und Geld, das seine Dankbarkeit für den freiwilligen Dienst der Kameradinnen und Kameraden unterstreichen soll.

Als das Essen schließlich auf den Tischen steht, ist die Stimmung gelöst. In Kanena hat man gestern gesehen, dass Politik auch nahbar sein kann, wenn man bereit ist, sich gemeinsam an den Herd zu stellen. Die Botschaft des Abends hallt vermutlich länger nach als der Duft der frisch zubereiteten Mahlzeit: Dass wahre Größe darin liegt, Danke zu sagen – auf Augenhöhe, mit vollem Einsatz und einem Lächeln im Gesicht.

Das Ehrenamt in Halle hat an diesem Abend nicht nur eine warme Mahlzeit erhalten, sondern vor allem das Gefühl, gesehen und geschätzt zu werden.

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