Es gibt Abende im Sport, an denen Leidenschaft und Wille greifbar sind, das nackte Ergebnis am Ende jedoch eine deutliche Sprache spricht. So auch gestern, als die Volley Goats Mitteldeutschland vor 765 Zuschauerinnen und Zuschauern die Mannschaft aus Dachau empfingen. Trotz einer spürbaren Leistungssteigerung mussten sich die „Goats“ nach drei hart umkämpften Sätzen mit 0:3 geschlagen geben. Ein Ergebnis, das vor allem eines widerspiegelt: Die gnadenlose Effizienz eines Spitzenteams gegenüber einem Herausforderer, der sich oft selbst im Weg stand.

Von Beginn an war in der Halle eine elektrische Spannung zu spüren. Die Volley Goats, die in den vergangenen Heimspielen oft nach ihrem Rhythmus suchten, präsentierten sich wie ausgewechselt. Mutige Aufschläge und eine engagierte Feldabwehr sorgten dafür, dass die Gastgeber zu Beginn fast jedes Satzes die Nase vorn hatten. Das Publikum sah eine Mannschaft, die gewillt war, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Doch das Bild glich einer tragischen Schleife: Immer dann, wenn die Goats sich einen Vorsprung erarbeitet hatten und das Momentum auf ihre Seite zu kippen drohte, schlich sich die Unsicherheit ein. Unkonzentriertheiten in den Spielabläufen und zu viele einfache Fehler im Spielaufbau luden die Gäste aus Dachau förmlich dazu ein, den Rückstand zu egalisieren.

Dachau agierte in diesen Phasen wie ein kühler Taktiker. Während die Mitteldeutschen mit dem eigenen Timing haderten, blieb der Favorit ruhig, nutzte die mangelnde Abstimmung in der Goats-Defensive und drehte die Sätze jeweils in der entscheidenden Phase. Es war die Kaltschnäuzigkeit eines Top-Teams, das nicht glänzen musste, um zu dominieren, sondern lediglich auf die Fehler des Gegners wartete.

Die Steigerung der Goats im Vergleich zu den Vorwochen war zwar unübersehbar – die Spielzüge wirkten flüssiger, die Körpersprache positiver –, doch auf diesem Niveau werden Unsauberkeiten in der Annahme und kleine Abstimmungsfehler zwischen Zuspiel und Angriff sofort bestraft. So wanderte Satz um Satz auf das Konto des Tabellendreizehnten, die den Deckel auf einen glatten 3:0-Erfolg machten.

Trotz der Niederlage bleibt ein positiver Kern: Die Volley Goats haben bewiesen, dass sie phasenweise mit den Großen der Liga mithalten können. Doch für das Ziel Klassenerhalt reicht das „Mithalten“ allein nicht aus – es braucht Konstanz und vor allem mentale Stabilität über die volle Spieldistanz.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Männern aus Mitteldeutschland ohnehin nicht. Der Fokus richtet sich bereits auf die nächste Aufgabe, die richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf sein könnte. Im Duell der nächsten gegnerischen Mannschaften werden Schönspielerei und Teilerfolge zweitrangig sein. Dort zählen nur nackte Punkte, um den Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren und die rote Laterne endgültig abzugeben.

Wenn die Goats die gestrige Leistungssteigerung konservieren und die Fehlerquote minimieren können, dürfte der Befreiungsschlag gelingen, auf den die Fans in Mitteldeutschland so sehnsüchtig warten.

www.volleygoats.de/
www.asv-volleys.de/
www.hallelife.de/nachrichten/sport/volley-goats-unterliegen-dem-asv-aus-dachau/
www.halle-nachrichten.de

Alle Fotos: Facebook Manfred Boide


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