WildCats erzwingen das Glück der Tüchtigen.
Was war das gestern für ein Spiel. Das lässt sich nicht in einer trockenen Statistik abbilden. Es sind Partien, die von der ersten Sekunde an eine kinetische Energie entwickeln, die das Publikum nicht nur zuschauen, sondern mitleiden lässt. Der gestrige 25:24-Erfolg der WildCats vom SV Union Halle-Neustadt gegen einen bissigen Gegner war genau solch ein Kraftakt. Ein Sieg, der für die „WildCats“ im Kampf gegen die Abstiegszone mehr wert ist als nur zwei Punkte – er war eine Demonstration des gesamten Teams.
Schon vor dem Anpfiff war die Anspannung in der SWH.arena förmlich greifbar. 1.012 Zuschauer sorgten für eine Kulisse, die in der Frauen-Bundesliga ihresgleichen sucht. Es war kein gewöhnlicher Heimspiel-Support; es war eine Symbiose zwischen Parkett und Tribüne. Als die Schlussphase anbrach, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die Arena wurde zum „achten Feldspieler“ und trug die Mannschaft durch die kritischen Phasen eines Spiels, in dem sich beide Teams keinen Millimeter Raum schenkten.
Analytisch betrachtet war der knappe Sieg das Resultat einer exzellenten Defensivarbeit. Das Team unter der Leitung von Ines Seidler präsentierte sich „griffig“ und physisch präsent. Die Abwehrformation agierte zupackend und unterband die Spielflüsse des Gegners frühzeitig durch intelligentes Verschieben. Dahinter bildeten die Torhüterinnen den entscheidenden Rückhalt. Mit Reflexen in den absoluten Schlüsselmomenten hielten sie die WildCats im Spiel, als die Partie zu kippen drohte. Es ist diese Kombination aus einer aggressiven Deckung und einer starken Performance zwischen den Pfosten, die den Grundstein für den Erfolg legte.
Im Angriff zeigte die Mannschaft phasenweise eine beachtliche Reife. Die Spielzüge wirkten durchdacht, die Abschlüsse energisch. Dennoch wird Trainerin Ines Seidler in der Spielanalyse den Finger in die Wunde legen müssen: Die Fehlerquote im Aufbauspiel und die Chancenverwertung bieten noch Raum für Optimierung. Dass die Mannschaft trotz dieser Unkonzentriertheiten mit 25:24 die Oberhand behielt, spricht für die mentale Stärke, zeigt aber auch das Arbeitspensum auf, das in den kommenden Trainingswochen wartet.
Überschattet wurde die Freude über den Heimsieg von der Nachricht über eine personelle Zäsur. Cara Reuthal, eine der tragenden Säulen im Spiel der WildCats, wird den Verein zum Saisonende verlassen und sich der HSG Bensheim/Auerbach anschließen. Cara Reuthal, die seit 2022 in Halle zu einer gestandenen Erstligaspielerin gereift ist, bewies auch gestern wieder ihren Wert. Mit bislang 73 Saisontoren ist sie die Konstante im Angriffsspiel der WildCats. Ihr Abgang hinterlässt nicht nur eine sportliche Lücke im Rückraum, sondern auch eine menschliche. Dass sie sich bis zum letzten Abpfiff voll in den Dienst der Mission „Klassenerhalt“ stellt, unterstreicht ihren Charakter.
Der gestrige Abend war ein Spektakel des Willens. Die WildCats haben bewiesen, dass sie die Qualität und die Nervenstärke besitzen, um knappe Duelle in der Crunchtime für sich zu entscheiden. Im Kampf um den Verbleib im Oberhaus war dieser Sieg ein essenzieller Schritt. Diese Mannschaft lebt, kämpft und begeistert.
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Alle Fotos unter: Facebook Manfred Boide








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