Pünktlich am heutigen 11. November um 11:11 Uhr ist die Saalestadt offiziell in die fünfte Jahreszeit gestartet. Doch dieses Jahr hatte die traditionelle Eröffnung auf dem Marktplatz eine besonders scharfe Note – denn es stand eine Stadtwette auf dem Spiel, die den Bürgermeister Egbert Geier nun teuer zu stehen kommt. Der Hallesche Karnevalsverein (HSKV) hat gewonnen! Und das nicht nur mit Pauken und Trompeten, sondern vor allem mit… Besen!

Unter dem vielversprechenden und selbstironischen Motto „35 Jahre voller Spaß – neue Besen geben Gas!“ hatte der HSKV die Bürgerinnen und Bürger Halles herausgefordert: Schafft es der Verein, mindestens 111 Jecken mit einem Besen vor die Bühne zu bringen, muss die Stadt eine Aufgabe erfüllen. Die Wettleistung des HSKV? Ein Kinderspielplatz soll im Frühjahr zusammen mit dem Bürgermeister gereinigt werden.

Was dann geschah, war eine Demonstration närrischer Entschlossenheit. Aus allen heimischen Ecken wurden die Kehrwerkzeuge, Schrubber und Handfeger hervorgeholt. Und die Hallenser lieferten ab! Am Ende der Zählung stand eine beeindruckende Zahl: 112 Besen wurden gesichtet. Zwar musste man nach närrisch-bürokratischer Überprüfung einen kleinen Abzug hinnehmen – denn „Besen 112“ entpuppte sich als eine, nennen wir es, „Toilettenreinigungsbürste“. Man fragt sich, was der Besitzer damit kehren wollte, aber die Jury drückte ein Auge zu und kürte die Klobürste später sogar als eines der originellsten Kehrgeräte!

Abzüglich der zweifelhaften Reinigungsbürste bleiben 111 Besen – der exakt geforderte Mindestwert. Wette gewonnen!

Auf der anderen Seite des närrischen Schlachtfelds kämpften in diesem Jahr die Verwaltungsspitzen im Doppelpack: Oberbürgermeister Alexander Vogt und Bürgermeister Egbert Geier hatten sich vorgenommen, den Schlüssel zur Stadt mit vereinten Kräften zu verteidigen. Doch sie hatten die Rechnung ohne die Entschlossenheit der HSKV-Jecken gemacht, die mit ihren Besen nicht nur symbolisch den Staub der Verwaltung wegfegen wollten, sondern auch den Schlüssel zum Rathaus eroberten. Die Mienen der Stadtväter sprachen Bände, als sie sich geschlagen geben mussten.

Für Bürgermeister Geier heißt das nun: Im Frühjahr wird der Schreibtischstuhl gegen eine Schaufel getauscht. Gemeinsam mit dem HSKV wird er einen Kinderspielplatz in Halle auf Vordermann bringen. Ein öffentliches Bekenntnis zur Sauberkeit und eine charmante Strafe, die den Sieg des Vereins versüßt.

Trotz der Besen-Eskalation kam auch die Tradition nicht zu kurz. Auf der Bühne stellte sich das strahlende neue Prinzenpaar der Session vor: Prinz Hendrik der I und ihre Lieblichkeit Prinzessin Julia die II. Sie werden die Narrenschar durch die kommenden Monate führen und versprechen eine Session voller „Spaß und neuem Schwung“.

Das kurzweilige kulturelle Programm stimmte die Zuschauer gebührend auf die nun beginnende Session ein. Und natürlich wurden die kreativsten Besen prämiert. Neben der bereits erwähnten Klobürste, die zumindest für Gesprächsstoff sorgte, wurden noch zwei weitere besonders originelle Kehrwerkzeuge ausgezeichnet.

Die Hallenser Jecken können sich freuen: Schon auf der kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz im historischen Stadtarchiv hatte der HSKV die wichtigsten Termine bekannt gegeben. Nach intensiven Vorbereitungen steht fest: Der große Rosenmontagsumzug wird am 16. Februar 2026 durch die Straßen Halles ziehen.

Die Besen sind nun erst einmal beiseitegelegt, die fünfte Jahreszeit ist eingeläutet. Die Hallenser können sich auf viele närrische Wochen freuen, auch wenn die Putzkolonne mit dem Oberbürgermeister wohl erst der Höhepunkt der nach-närrischen Aktivitäten sein wird.

Alle weiteren Termine und Details zu den Veranstaltungen finden Sie wie gewohnt auf der Webseite des HSKV. Ein dreifaches, herzliches Hallelu-Helau! und mögen die neuen Besen in dieser Session ordentlich Gas geben!

www.hskv-ev.de/seite/166899/rosenmontag.html
https://halle.de/


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