Es gab Momente in der jüngeren Vergangenheit, da wirkte das Thema DB Museum an der Berliner Brücke wie ein in der Geschichte verschwindendes Thema. Dunkle Wolken der Ungewissheit hingen über dem historischen Areal; das Wort „Abstellgleis“ machte die Runde. Doch pünktlich zum Erwachen des Frühlings weicht die Melancholie einer Aufbruchstimmung. Halle atmet auf: Das DB-Museum kehrt nicht nur zurück – es positioniert sich als lebendiges Herzstück der europäischen Industriekultur neu.
Dass die Deutsche Bahn sich unmissverständlich zum Standort an der Saale bekannt hat, ist mehr als eine bloße Standortgarantie. Es ist das Ergebnis eines leidenschaftlichen Ringens hinter den Kulissen. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt, der bereits im Februar die frohe Botschaft verkündete, fand deutliche Worte für das neue Kapitel: Die Stadt wird diesen Transformationsprozess nicht als passiver Zuschauer begleiten, sondern als aktiver Förderer und Partner. Halle festigt damit seinen Ruf als zentraler Bahnknotenpunkt, der seine Zukunft baut, ohne seine Herkunft zu verleugnen.
Am Samstag, den 18. April, öffnen sich die Tore für ein Fest, das alle „Bahnfreunde“ wieder aufatmen lässt. Von 10:00 bis 16:00 Uhr wird der Ringlokschuppen zur Bühne einer Mobilitätsgeschichte, die heute aktueller ist, denn je.
Der Kontrast könnte kaum spannender sein: Während die wuchtigen Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven der ehemaligen Deutschen Reichsbahn von der harten Arbeit auf den Schienen des Ostens erzählen, blitzt daneben die Zukunft in Form des hochmodernen S-Bahn-Zuges „Mireo“ auf. In Kooperation mit DB Regio können Neugierige zwischen 10:00 und 12:00 Uhr einen exklusiven Blick in den Führerstand jenes Triebzuges werfen, der ab Dezember das mitteldeutsche S-Bahn-Netz erweitern wird.
Das Programm der Wiedereröffnung spiegelt auch die tiefe Verwurzelung des Museums im Ehrenamt wider. Unter der Moderation von Museumsdirektor Dr. Oliver Götze wird um 11:00 Uhr in einer prominent besetzten Gesprächsrunde die Frage erörtert: „Zusammen gestalten! Ein gemeinsamer Blick in die Zukunft“. Hier treffen Kultur, Politik und bürgerschaftliches Engagement aufeinander, um den Standort zukunftssicher auf Gleise zu setzen.
Auch für die kleinsten Eisenbahnfans wird das Museum zum Abenteuerspielplatz:
- Mitfahreisenbahn: Eine Fahrt unter freiem Himmel (1 Euro pro Person).
- Modellbahnzauber: Neben einer großen LGB-Anlage präsentieren die Profis vom AMC Bernburg e.V. drei H0-Anlagen – eine davon darf sogar von Kinderhand gesteuert werden.
- Blaulicht-Besuch: Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) e.V. zeigt Präsenz und unterstreicht den Netzwerkcharakter der halleschen Vereine.
Für das leibliche Wohl ist mit lokaler Handwerkskunst gesorgt. Die Fleischerei Ludwig und die Bäckerei König flankieren das Angebot, das durch einen Eiswagen abgerundet wird – ein Volksfestcharakter, wie er zum historischen Ambiente des Bahnknotenpunkts passt.
Das DB-Museum Halle, Teil der Deutsche Bahn Stiftung, beweist mit diesem Neustart, dass industrielles Erbe kein totes Exponat sein muss. Ab April wird der reguläre Betrieb jeden Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr (bis Dezember) wieder aufgenommen.
Wenn die schweren Tore der Lokschuppen am 18. April aufschwingen, ist das mehr als eine Wiedereröffnung. Es ist das Versprechen, dass die Geschichte der Bahn im Osten in Halle nicht nur bewahrt, sondern leidenschaftlich weitergeschrieben wird.
Tagesaktuelle Informationen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise unter https://dbmuseum.de/halle/
https://halle.de/
https://dbmuseum.de/halle/

Entdecke mehr von Halle Nachrichten
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.