Hinter dem SV Union Halle-Neustadt liegt eine kräftezehrende Saison in der 1. Handball-Bundesliga der Frauen. Nach einer Spielzeit voller Verletzungssorgen und verpassten Chancen im Frühjahr schlägt für die „Wildcats“ nun die Stunde der Wahrheit: In zwei Relegationsspielen gegen die Spreefüxxe Berlin geht es um den Verbleib im Oberhaus.

Die Saison hatte im Spätsommer vielversprechend begonnen. Mit einem souveränen Heimsieg im DHB-Pokal-Derby gegen den HC Leipzig startete die Mannschaft von Trainerin Ines Seidler erfolgreich. Der Ligaalltag offenbarte jedoch schnell die sportliche Härte der ersten Spielklasse. Deutlichen Niederlagen beim Thüringer HC und einem knappen, dramatischen Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm folgte eine Phase der Unbeständigkeit. Zwar gelang im Pokal gegen den HC Rödertal der Einzug in die nächste Runde, in der Bundesliga musste Halle die Punkte gegen Topteams wie Borussia Dortmund oder den VfL Oldenburg trotz phasenweiser starker Leistungen jedoch abgeben.

Zum Jahreswechsel verschärfte sich die Situation an der Saale drastisch. Das Verletzungspech schlug zu; unter anderem fiel Rückraumstütze Lynn Molenaar langfristig aus. Mit stark ausgedünntem Kader schwanden im Januar die Kräfte. Engen Partien gegen die HSG Blomberg-Lippe und den Buxtehuder SV folgten schmerzhafte Punktverluste. Einziger Lichtblick in dieser Phase war ein hauchdünner Ein-Tor-Auswärtssieg bei der Revanche in Neckarsulm. Die erhoffte Wende blieb jedoch aus, da darauffolgende Führungen gegen Frisch Auf Göppingen und Oldenburg in den Schlussminuten verspielt wurden.

Im Frühjahr rutschten die Wildcats endgültig in die Platzierungsrunde der Play-offs. Hier spiegelte sich das Dilemma der gesamten Saison in einer einzigen Partie wider: Ausgerechnet im Schlüsselspiel in Göppingen verspielte Halle eine komfortable Sechs-Tore-Führung. Technische Fehler, überhastete Abschlüsse und Fehlpässe im Angriffsspiel brachten den Gegner zurück in die Partie, besiegelten die Niederlage und damit den Gang in die Relegation. Dass der TuS Metzingen Ende Mai auch das letzte Platzierungsspiel für sich entschied, machte die Qualifikation für das Nachsitzen perfekt.

Dass die Formkurve pünktlich zum Saisonfinale wieder nach oben zeigt, bewies das Derby gegen den BSV Sachsen Zwickau. Beim letzten Heimspiel der Play-offs überspielten die Wildcats die Gäste mit schnellem Tempohandball. Der deutliche Kantersieg brachte rechtzeitig das nötige Selbstvertrauen zurück.

Heute und am Sonnabend kommt es zum alles entscheidenden Duell gegen den Zweitliga-Dritten, die Spreefüxxe Berlin. Ausgetragen wird die Relegation im klassischen Europapokal-Modus mit Hin- und Rückspiel. In der heimischen SWH.arena baut das Team heute zunächst auf den Heimvorteil und die Unterstützung der Fans, um sich eine solide Ausgangslage zu erarbeiten. Nur drei Tage später fällt im Berliner „Fuchsbau“, der Sporthalle Charlottenburg, die endgültige Entscheidung über den Klassenerhalt oder den Gang in die 2. Bundesliga.

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