Besser hätte die Visitenkarte für die neue Spielzeit in der Alsco Handball Bundesliga Frauen kaum ausfallen können – zumindest in den ersten zwanzig Minuten. Zum Pflichtspiel-Auftakt im DHB-Pokal boten die SV Union Halle-Neustadt WildCats dem etablierten Spitzenteam der TuS Metzingen einen packenden Fight. Am Ende stand aus Sicht der Gastgeberinnen zwar eine knappe 30:32-Niederlage in der gut gefüllten SWH.arena, doch vor 641 erwartungsvollen Zuschauern zeigte das neu formierte Team einiges an Spielpotenzial.
Die Euphorie rund um den Saisonbeginn war in der Halle von der ersten Sekunde an greifbar. Cheftrainer Pether Krautmeyer hatte seine Mannschaft taktisch hervorragend eingestellt. Die Hallenserinnen agierten mutig, konsequent in der Abwehr und mit Zug zum Tor. Der Lohn: Nach gerade einmal sieben Minuten leuchtete eine überraschende, aber hochverdiente 4:1-Führung für die WILDCATS auf der Anzeigetafel.
Doch Metzingen, als Top-Team angereist, brauchte Anlaufzeit, fand dann aber in die Spur. Die Gäste stabilisierten ihre Defensive und nutzten kleine Konzentriertheiten im halleschen Aufbauspiel gnadenlos aus. In der 14. Minute glich Metzingen zum 6:6 aus. Zwar ließen sich die Hallenserinnen davon zunächst nicht beirren und hielten die Partie völlig offen, mussten jedoch beim Stand von 13:15 den Gang in die Kabinen antreten.
Was die Partie letztlich entschied, war eine Phase der Schwäche unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Die Gastgeberinnen verloren im Angriffsspiel zunehmend den Zugriff, häuften technische Fehler an und ließen im Abschluss beste Chancen ungenutzt. Metzingen, das seine Qualität in dieser Phase ausspielte, zog eiskalt davon – beim 15:20 in der 38. Minute betrug der Rückstand erstmals fünf Tore.
Wer nun dachte, die Partie sei gelaufen, täuschte sich gewaltig. Die WildCats bewiesen enorme Moral, warfen alles in die Waagschale und kämpften sich unter dem tosenden Applaus der Fans zurück in die Begegnung. Bis zum Schlusspfiff stemmten sie sich verbissen gegen die Niederlage, mussten den Sieg am Ende jedoch den Gästen aus Württemberg überlassen.
„Metzingen hat es uns schwer gemacht, und wir haben im Verlauf des Spiels zu viel Energie verloren“, analysierte Trainer Pether Krautmeyer nach Abpfiff kritisch. „Daran müssen wir arbeiten, damit wir in den nächsten Spielen über die volle Distanz gehen. Solche Schwächephasen können und dürfen wir uns auf diesem Niveau nicht leisten.“
Ähnlich sah es Gästetrainerin Miriam Hirsch: „Wir wussten, dass es ein schweres Auftaktspiel wird. Unser Ziel war es, die technischen Fehler zu minimieren, was uns leider nicht gelungen ist. Beide Teams haben fehlerbehaftet gespielt, aber wir haben es am Ende etwas besser ausgenutzt.“
Trotz des enttäuschenden Resultats zeigte der Auftritt, dass die Hallenserinnen auch gegen Hochkaräter der Liga konkurrenzfähig sind. Der Grundstein für die kommenden Wochen ist gelegt – auch im Gedenken an die sportliche Aufbauarbeit der vergangenen Jahre unter Ines Seidler, deren erfolgreiche Ära bis zum Ende der Vorsaison den Klassenerhalt und damit das Fundament für diesen neuen Anlauf gesichert hatte. Auf dieser kämpferischen Leistung lässt sich aufbauen.
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Alle Fotos unter: Facebook Manfred Boide






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