Es war richtungsweisend als sich vor über drei Jahrzehnten das Bild des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Halle (Saale) veränderte. Bis heute prägt der MGT6 den Takt der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG). Eine exklusive Jubiläumssonderfahrt begab sich nun auf eine Zeitreise durch drei bewegte Jahrzehnte – mit jenen Menschen im Salon, die den Klassiker geprägt, gelenkt und gepflegt haben oder damit gefahren sind.
Es war mehr als nur eine Fahrt von A nach B; es war eine rollende Retrospektive. Drei Stunden lang kreuzte am heutigen Tag eine Sonderbahn quer durch Halle – begleitet von dem unverkennbaren Rhythmus und dem vertrauten Summen, das Generationen von Hallenserinnen und Hallensern im Alltag begleitet. Unter dem Motto „30 Jahre unterwegs – 30 Jahre MGT6 in Halle“ luden die Stadtwerke Halle (SWH) und die HAVAG zu einer Hommage an einen echten Meilenstein des lokalen Nahverkehrs ein.
Wer den Erfolg eines Verkehrsmittels verstehen will, muss jene hören, die hinter den Kulissen die Weichen gestellt haben. Mit an Bord waren Zeitzeugen mit Expertise, die den MGT6 aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erlebten.
Ulrich Pietschmann, ehemaliger Leiter der Fahrschulausbildung, erinnerte sich lebhaft an die Anfänge und die Herausforderungen, als es galt, das Fahrpersonal auf den damals völlig neuartigen Fahrzeugtyp vorzubereiten. Sein Nachfolger Michael Georgi erinnerte daran, wie sich die Ausbildungsmethoden und die technologischen Anforderungen im Laufe der Jahre wandelten.
Für die wirtschaftliche und kommunikative Dimension stand Egbert Kluge. Der langjährige Bereichsleiter für Vertrieb, Marketing und Kundenservice gab tiefe Einblicke in die strategische Beschaffung des MGT6 sowie in die Entstehung des damals eigens für diese Fahrzeuggeneration errichteten Betriebshofs Rosengarten. Bereichert wurde die Runde durch Werkstattexperten und Fahrer, die aus dem echten Nähkästchen des täglichen Linienbetriebs plauderten.

Nicht nur die Unternehmensgeschichte stand im Mittelpunkt, sondern auch die emotionale Bindung der Fahrgäste. Eigens aus Köthen angereist war Dorrit G., die sich über ein Gewinnspiel ein Ticket für diese exklusive Fahrt gesichert hatte. Dank digitaler Netzwerke und gewachsener Kontakte in die Straßenbahn-Community hielt sie die Fäden in der Hand, um diesen Tag hautnah mitzuerleben – ein lebendiger Beweis dafür, dass der ÖPNV weit mehr ist als kalte Technik: Er verbindet Menschen.

Für das leibliche Wohl war auf der dreistündigen Entdeckungsreise durch die Saalestadt bestens gesorgt. Zwei markante Haltepunkte setzten emotionale und visuelle Ausrufezeichen: Zunächst ein nostalgischer Erinnerungs-Fotostopp an der Endhaltestelle Kröllwitz. Das große Finale folgte schließlich im Betriebshof Freiimfelder Straße. Dort schloss sich der Kreis der halleschen Verkehrsgeschichte in beeindruckender Form: Vor den Augen der Gäste standen drei Straßenbahngenerationen – der bewährte MGT6, der MGTK sowie die moderne TINA-Generation – einträglich nebeneinander. Ein starkes Bild für Kontinuität und technologischen Fortschritt.

Dass diese Geburtstagsfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde, ist dem engagierten Team der SWH und der HAVAG zu verdanken, das mit viel Herzblut und Perfektionismus einen Tag auf die Beine stellten, der zeigt: In Halle fährt die Zukunft auf Schienen – und die Geschichte rollt verlässlich weiter.

https://halle.de/
https://havag.com/
https://swh.de/produkte
www.hallelife.de/nachrichten/30-jahre-mgt6-in-halle/

Alle Fotos unter: Facebook Manfred Boide


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