Jeden Tag verschwinden Tonnen von Abfall in den bunten Tonnen der Saalestadt. Doch was passiert danach? Vor dem großen Tag der offenen Tür am Samstag durften Medienvertreterinnen und Medienvertreter vorab einen Blick hinter die Zäune des HWS-Betriebshofs in der Äußeren Hordorfer Straße werfen. Ein Vorgeschmack auf tonnenschwere Technik, nachhaltige Kreislaufwirtschaft und eine Mitfahrt der besonderen Art.

Es ist ein kurzes Poltern, dann schließt sich der Deckel der grauen Tonne wieder. Aus den Augen, aus dem Sinn. Für die meisten Hallenser endet das Thema Müll genau hier. Doch für die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) beginnt die Arbeit jetzt erst richtig. Rund 200.000 Tonnen Abfall landen in Halle Jahr für Jahr in der Entsorgungsschleife. Wo diese gewaltigen Berge hinkommen und wie aus vermeintlichem Unrat im Sinne der Kreislaufwirtschaft neue Rohstoffe werden, bleibt Außenstehenden meist verborgen.

Hinter den Zäunen des fünf Hektar großen Betriebsgeländes in der Äußeren Hordorfer Straße läuft Tag für Tag eine logistische Meisterleistung ab. Am heutigen Mittwoch erhielten Medienvertreter vorab exklusive Einblicke in Bereiche, die sonst für die Öffentlichkeit gesperrt sind – als Vorgeschmack auf den kommenden Samstag, den 20. Juni 2026, wenn die HWS von 10:00 bis 17:00 Uhr ihre Tore für alle Hallenser öffnet.

Wer das Gelände betritt, merkt schnell: Hier wird in anderen Dimensionen gedacht. Das Herzstück der Logistik empfängt einen direkt am Eingang: die überdimensionale LKW-Waage. Jedes Entsorgungsfahrzeug, das die Stadtwerke ansteuert, muss hier stoppen. Tonnenschwere Lasten werden genau erfasst, um den Überblick über die Stoffströme der Stadt zu behalten.

Gleich nebenan, in der riesigen Werkstatt für Spezialtechnik, riecht es nach Motorenöl und harter Arbeit. Hier werden die orangefarbenen Riesen der Straße gewartet. „Die Technik muss reibungslos funktionieren, sonst droht im Stadtgebiet schnell der Entsorgungskollaps“. Am Samstag können Technikfans diese Werkstätten aus nächster Nähe bestaunen. Für Familien dürfte das absolute Highlight jedoch der Perspektivwechsel sein: Einmal selbst in der Fahrerkabine eines echten Müllfahrzeugs sitzen und eine Runde über den Hof drehen.

Dass moderne Abfallwirtschaft längst nichts mehr mit dem klassischen „Müllkutscher“ von früher zu tun hat, beweisen die Auszubildenden vor Ort. Am Samstag stehen angehende Berufskraftfahrer sowie zukünftige Umwelttechnologen für Gespräche bereit. Sie zeigen, dass Umweltschutz und High-Tech heute Hand in Hand gehen.

Für die jüngsten Besucher verwandelt sich das Gelände am Wochenende in eine Erlebnisfläche. Neben Mülltrennspielen, einem XXL-Abfall-Memo und einer Bastelstation zum Thema Upcycling wartet ein Rutschauto-Parcours mit Maskottchen „Kehrbert 1000“. Wer ein bleibendes Souvenir sucht, kann an der Fotostation in die originale orangefarbene HWS-Arbeitskleidung schlüpfen – inklusive Besen und Mülltonne als Requisite.

Da der Andrang groß werden dürfte, empfehlen die Veranstalter dringend die Anreise mit Bussen und Bahnen der HAVAG.
Für Bürgerinnen und Bürger, die am kommenden Wochenende eigenen Abfall entsorgen möchten, gibt es wichtige Einschränkungen zu beachten.
Wegen der Großveranstaltung bleibt der Wertstoffmarkt in der Äußeren Hordorfer Straße am Samstag, den 20. Juni, sowie am Sonntag, den 21. Juni 2026, komplett geschlossen. Dies gilt ausdrücklich auch für die Abgabe von Grünschnitt.

Ausweichmöglichkeiten am Samstag (20. Juni, 07:00 bis 12:00 Uhr):

  • Standort 1: Äußere Radeweller Straße 15
  • Standort 2: Schieferstraße 2

https://hws-halle.de/wissenswelt-news/wissenswelt-entsorgung/tag-der-offenen-tuer-2026
https://halle.de/
www.stadtwerke-halle.de
https://hws-halle.de/produkte-dienstleistungen

Alle Fotos unter: Facebook Manfred Boide


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