Es ist ein architektonisches Kleinod, das seit über einem Jahrhundert untrennbar mit der halleschen Identität verbunden ist: das Stadtbad. Während Schwimmer und Vereine seit Beginn der Sanierung im Juni 2025 auf ihre Bahnen verzichten müssen, schreiten die Arbeiten an dem 1916 eröffneten Denkmal der Badekultur nun in eine entscheidende Phase. Mit der bevorstehenden Erneuerung des Daches über der „Männerhalle“ nimmt das Millionenprojekt eine weitere große Hürde.
Das aktuelle Erscheinungsbild der Männerhalle ist seit den 1970er Jahren von einem provisorischen Wellblechdach geprägt – ein Fremdkörper in dem ansonsten glanzvollen Jugendstil-Ensemble. Dies soll sich nun ändern: Die Stadtwerke Halle und die beteiligten Fachplaner haben den Rückbau des Provisoriums eingeleitet. Ein massives Raumgerüst, das sich bis unter die Decke erstreckt, dient dabei als Sicherheitsbasis für die Arbeiter. Sobald die provisorische Abdichtung gegen Witterungseinflüsse steht, beginnt die behutsame Öffnung des alten Dachs. Ziel ist die originalgetreue Rekonstruktion des historischen Tonnengewölbes, das den ursprünglichen Charakter der Halle wiederherstellen wird.
Die Sanierung ist ein Kraftakt, der weit über die äußere Hülle hinausgeht. Neben der Dachkonstruktion und dem Becken der Männerhalle werden die gesamte Badewassertechnik, die Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Elektroinstallationen auf den neuesten Stand gebracht. Zudem wird das Bad barrierefrei erschlossen. Dass bei alledem die sensible, teils fragile historische Bausubstanz bewahrt bleibt, ist die größte Herausforderung für die Ingenieure. Mit einer Gesamtinvestition von 27,3 Millionen Euro, getragen durch Fördermittel von Bund, Land und der Stadt Halle, soll das Bad im September 2028 wieder seine Pforten öffnen – und damit eine Ära fortführen, die vor über 110 Jahren begann.
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www.stadtwerke-halle.de
https://baden-in-halle.de/bad-sauna






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