Wie gelingt eine sozialverträgliche Energiewende in einer Großstadt, die historisch tief in der fossilen Gasversorgung verwurzelt ist? Eine Antwort auf diese Kernfrage der modernen Kommunalpolitik suchte gestern Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), bei der EVH, einer Tochter der Stadtwerken Halle. Im Rahmen seiner traditionellen Sommertour besuchte er den Energiepark der EVH GmbH an der Dieselstraße. Was er dort zu sehen und zu hören bekam, ließ den Verbandschef aufhorchen: „Was die EVH macht, ist einmalig“, bilanzierte Gedaschko sichtlich beeindruckt in dem intensiven Erfahrungsaustausch mit Experten der halleschen Energie- und Wohnungswirtschaft.
Im Zentrum des Interesses stand das bundesweit beachtete Modellvorhaben der EVH: „Nachhaltige Wärmeversorgung der Stadt Halle (Saale) – Klimafreundliche und bezahlbare Transformation mit Kommunalem Energiekonzept“. Das ambitionierte Projekt ist das Herzstück der städtischen Initiative „Roadmap 2045“.
Das erklärte Ziel: Die Saalestadt will die Klimaneutralität nicht erst auf den letzten Drücker erreichen, sondern die Transformation deutlich vor dem gesetzlichen Zieljahr 2045 abschließen. Für eine Stadt, deren Fernwärme- und Warmwasserversorgung bislang primär auf fossilem Erdgas fußt, ist das ein technologischer und logistischer Kraftakt. Umso wichtiger ist die Vorreiterrolle, die Halle derzeit in Sachsen-Anhalt einnimmt.
Dass der ökologische Umbau kein elitärer Selbstzweck sein darf, betonten die Verantwortlichen der Stadtwerke Halle und der EVH gestern nachdrücklich. Die größte Hürde der Wärmewende ist nicht die Technik, sondern die soziale Verträglichkeit. Nur wenn die grüne Wärme für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt, gelingt der historische Umstieg.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Halle in einem engen, partnerschaftlichen Schulterschluss:
„Energieversorger und Wärmekunden arbeiten Hand in Hand an der Strategie für die Wärmewende“, heißt es seitens der Stadtwerke. Erst diese gelebte Kooperation zwischen der Stadtverwaltung, den kommunalen Wohnungsunternehmen, der lokalen Industrie und der Wissenschaft ermöglicht ein solches Großprojekt, ohne die sozialen Mieten in den großen Wohnungsbeständen explodieren zu lassen.
Halle zeigt mit diesem integrierten Konzept, dass die Energiewende im Quartier gedacht werden muss. Der Besuch von GdW-Präsident Axel Gedaschko untermauert die bundesweite Signalwirkung dieses Projekts. Der Verband vertritt rund 3.000 Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland, die rund sechs Millionen Wohnungen bewirtschaften.
Wenn das Modell in Halle gelingt – wo Großwohnsiedlungen und Altbauten gleichermaßen versorgt werden müssen –, könnte die EVH an der Dieselstraße eine praxisnahe Blaupause für Kommunen und die Wohnungswirtschaft im gesamten Bundesgebiet werden.
www.gdw.de/
www.stadtwerke-halle.de
https://evh.de
https://energieinitiative-halle.de
https://klimaschutz-halle.de





Entdecke mehr von Halle Nachrichten
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
