Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat die Stadt Halle (Saale) heute ein Großprojekt eingeleitet, welches das Gesicht der Innenstadt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Der Umbau des Riebeckplatzes markiert nicht nur eine verkehrstechnische Neuordnung, sondern bildet das Fundament für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“.
Der Riebeckplatz, der seit Jahrzehnten vor allem als funktionaler Verkehrsknotenpunkt und Barriere wahrgenommen wurde, soll sich in den kommenden Jahren zu einem urbanen Lebensraum entwickeln. „Der Riebeckplatz leitet Menschen heute eher durch die Stadt hindurch, als sie einzuladen“, kommentierte Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt bei der feierlichen Zeremonie. „Mit diesem Umbau beginnen wir, ein hochproblematisches Areal komplett neu zu denken.“
Bei der Zeremonie unterstrichen Gäste aus Politik und Wissenschaft die Dimension des Vorhabens. Anwesend waren neben Oberbürgermeister Vogt der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie die Landesminister Dr. Lydia Hüskens (Infrastruktur und Digitales) und Prof. Dr. Armin Willingmann (Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt).
Für den Bund betonte Finanzminister Lars Klingbeil die strategische Relevanz: „Hier am Riebeckplatz entsteht ein Ort, der die Erfahrungen der Menschen mit den Umbrüchen seit 1989 greifbar macht und zugleich den Blick nach vorn richtet.“ Das Zukunftszentrum solle ein Ort des Austauschs werden – gerade in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen.
Technisch betrachtet ist das Projekt ein komplexes Unterfangen. Die „ARGE Umbau Riebeckplatz“, ein Zusammenschluss der GP Verkehrswegebau GmbH und der STRABAG AG, ist als Totalunternehmer mit der Umsetzung beauftragt.
Das Bauvorhaben umfasst mehrere Phasen:
- Baufeldfreimachung: Bis Ende 2028 sollen sämtliche vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sein. Dies beinhaltet auch den umfangreichen Rückbau und die Neuverlegung von Versorgungsleitungen in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken (HWS und EVH).
- Verkehrsführung: Die Volkmannstraße wird Richtung Osten an die Bahntrasse verschoben, um Platz für die neue Gestaltung zu schaffen. Delitzscher Straße und Hans-Dietrich-Genscher-Platz sollen durch eine großzügigere Anbindung für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden.
- Großrückbau: Für das Jahr 2029 ist der Abriss der Spannbetonbrücken geplant, die das aktuelle Stadtbild dominieren.
Die eigentlichen Hochbaumaßnahmen des Bundes für das Zukunftszentrum sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2028 starten. Die offizielle Eröffnung wird derzeit für das Jahr 2032 angestrebt.
Das finanzielle Volumen des Umbaus ist auf 57,9 Millionen Euro veranschlagt. Dabei zeigt sich eine enge Kooperation der staatlichen Ebenen: Das Land Sachsen-Anhalt steuert über die Städtebauförderung für den Straßenbau rund 29 Millionen Euro bei.
„Das Zukunftszentrum braucht einen Standort, der seiner bundesweiten Bedeutung gerecht wird“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann. Der Umbau des Platzes sei daher weit mehr als die Neuordnung von Straßen und Brücken; er schaffe das notwendige Umfeld für ein Haus, das künftig Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Dialog zusammenbringe.
Mit dem heutigen Spatenstich beginnt für Halle eine neue Ära der Stadtentwicklung. Ob es gelingt, die verkehrliche Barrierewirkung des Riebeckplatzes dauerhaft zu überwinden und den Platz mit Leben zu füllen, wird sich in den kommenden sieben Jahren entscheiden.
https://halle.de/
https://zukunftszentrum.info/
www.hallelife.de/nachrichten/startschuss-fuer-den-umbau-des-riebeckplatzes-in-halle/





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