Nach einer schwachen ersten Halbzeit beweist der SV UNION Halle-Neustadt gegen den Spitzenreiter HSG Blomberg-Lippe enorme Moral. Zwar geht die Partie mit 25:31verloren, doch der couragierte Auftritt nach dem Seitenwechsel macht Mut für die kommenden Aufgaben.
Die Hypothek, die sich die Wildcats in den ersten 30 Minuten aufgeladen hatten, war am Ende schlichtweg zu groß. Dennoch honorierte das Publikum in der SWH.arena den Auftritt seiner Mannschaft nach der Schlusssirene mit viel Applaus. Vor 523 Zuschauern unterlag der SV UNION Halle-Neustadt dem amtierenden Deutschen Meister und Tabellenersten mit 25:31. Doch das nackte Ergebnis erzählt nur die halbe Wahrheit eines Spiels, das aus zwei völlig unterschiedlichen Hälften bestand.
Dabei waren die Vorsätze groß gewesen. Nach dem mutigen Auftritt zuletzt gegen HSG Bensheim/Auerbach wollte das Team von Cheftrainer Pether Krautmeyer beweisen, dass es auch vor dem absoluten Liga-Primus nicht in Ehrfurcht erstarrt. Die Vorgabe: Technische Fehler minimieren, geduldig angreifen und den Favoriten in einen Abnutzungskampf zwingen.
Doch auf der Platte sah die Realität zunächst anders aus. Die Wildcats fanden in der Anfangsphase überhaupt keinen Rhythmus. Jeder unpräzise Pass, jeder überhastete Abschluss im halleschen Angriff wurde von der HSG Blomberg-Lippe gnadenlos bestraft. Der Meister demonstrierte seine ganze Klasse, schaltete nach Ballgewinnen blitzschnell um und überrollte die unsortierte Defensive der Gastgeberinnen mit einem konsequenten Tempospiel. Als es beim deutlichen Stand von 10:19 in die Kabinen ging, drohte den Wildcats ein echtes Debakel. Die Vorentscheidung schien längst gefallen.
Wer jedoch dachte, Halle würde sich nun kampflos in sein Schicksal ergeben, sah sich getäuscht. Krautmeyer schien in der Halbzeitansprache exakt die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben, denn aus den Kabinen kehrte eine völlig ausgewechselte Heimmannschaft zurück. Die Nervosität war abgelegt, stattdessen regierte nun die Leidenschaft.
Der Schlüssel zur Aufholjagd lag in der Defensive. Der Abwehrverbund der Wildcats agierte plötzlich mit der nötigen gesunden Härte, verschob kompakt und ließ dem variablen Angriff der Gäste kaum noch Raum zur Entfaltung. Der Meister wurde immer wieder in lange, kräftezehrende Positionsangriffe und zu schwierigen Würfen gezwungen.
Zwar ließ die individuelle Qualität und Routine der Blombergerinnen in der Schlussphase nicht zu, dass die Partie noch einmal komplett kippte – die HSG spielte die Uhr clever herunter –, doch den zweiten Durchgang entschied der Underdog aus Halle kämpferisch für sich.
Am Ende zeigte die Anzeigetafel das Ergebnis von 25:31 für die Gäste, denn sie haben verdient gewonnen und nehmen die Punkte mit nach Hause.
Für die Wildcats bleibt dennoch eine wertvolle Erkenntnis: Wenn Intensität, Abwehrarbeit und bedingungsloser Einsatz zusammenkommen, kann das Team selbst die besten Mannschaften der Liga unter Druck setzen. Auf der Leistung der zweiten 30 Minuten lässt sich zweifellos aufbauen.
www.union-halle.net
https://hsg-blomberg-lippe.de/
www.hallelife.de/nachrichten/sport/wildcats-unterliegen-dem-tabellenfuehrer/
Alle Fotos unter: Facebook Manfred Boide






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